Die Dreimonatsspritze: Langzeitverhütung mit Risiken

Hoher Schutz, viele Nebenwirkungen?

Dreimonatsspritze Paar liegt im Bett

Die Dreimonatsspritze: Langzeitverhütung mit Risiken

Hoher Schutz, viele Nebenwirkungen?

© BigstockPhoto / B-D-S

Ein kleiner Pikser und du bist drei Monate vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt – das verspricht die Dreimonatsspritze, umgangssprachlich auch 3-Monats-Spritze geschrieben oder Verhütungsspritze genannt. Allerdings gilt die Spritze im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden auch als risikoreicher.

Die Dreimonatsspritze - Verhütung mit Risiken

Die Wirkung der Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze ist ein hormonelles Verhütungsmittel, ein sogenanntes hormonelles Kontrazeptivum. Sie enthält das synthetische Gestagen Medroxyprogesteronacetat. Gestagene sind Geschlechtshormone, die während der Schwangerschaft gebildet werden und in dieser Zeit den Eisprung verhindern. Außerdem verdicken sie den Gebärmutterhalsschleim, so dass es Spermien wesentlich erschwert wird, zur Gebärmutter vorzudringen. Zusätzlich wird die Gebärmutterschleimhaut nur ungenügend aufgebaut, was die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern soll.

Anwendung der Verhütungsspritze

Die Spritze wird innerhalb der ersten fünf Tage der Monatsblutung verabreicht. In dieser Zeit des Menstruationszyklus wird normalerweise die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, was durch das in der Dreimonatsspritze enthaltene synthetische Gestagen verhindert werden soll.
Der Arzt injiziert das Präparat dabei in den Oberarm- oder Gesäßmuskel. Dort „lagert“ der Wirkstoff und wird dosiert ins Blut abgegeben. Daher wird das Verhütungsmittel auch Depotspritze genannt. Da die Wirkung mit der Zeit nachlässt, müssen die Hormone alle drei Monate erneut gespritzt werden.

Dreimonatsspritze Paar liegt im Bett

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Vorteile der Dreimonatsspritze

Für Frauen, die sich nicht täglich um ihre Verhütung kümmern möchten, kann die Dreimonatsspritze einen langen Schwangerschaftsschutz bieten.  Außerdem weist die Methode eine hohe Verhütungssicherheit auf: Der Pearl-Index liegt bei 0,2 bis 1,4. Das bedeutet also, dass von 1.000 Frauen zwei bis 14 innerhalb eines Jahres trotz Verhütung schwanger werden – damit ist die Spritze ähnlich sicher wie die Pille. Hier liegt der Pearl Index bei 0,1 -0,9.
Das Onlinemagazin familienplanung.de weist außerdem darauf hin, dass die Spritze „(…) für Frauen, die aufgrund einer bestimmten Krankheit (zum Beispiel Sichelzellenanämie) und/oder der Einnahme von Medikamenten kein anderes hormonelles Verhütungsmittel vertragen“ eine Alternative bieten kann. Ob die Dreimonatsspritze für dich als Langzeitverhütung in Frage kommt, kann nur durch eine Beratung mit deinem Gynäkologen geklärt werden.

Nachteile der Dreimonatsspritze

Nicht jede Frau verträgt die hohe Hormondosis der Dreimonatsspritze. Laut der Online-Ausgabe der Apotheken-Umschau gibt es außerdem Medikamente, wie zum Beispiel bestimmte Antibiotika, die dazu führen, dass das Gestagen nicht richtig wirken kann, was den Schutz beeinträchtigen kann. Liegt die letzte Verabreichung außerdem länger als 13 Wochen zurück, kann der Schutz gänzlich verloren gehen. Überdies schützt die Verhütungsspritze auch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Schon durch den dreimonatigen Rhythmus ist zudem ein spontanes Absetzen dieser Verhütungsmethode nicht möglich. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich außerdem darüber im Klaren sein, dass der regelmäßige Eisprung nach Absetzen der Spritze möglicherweise erst wieder nach circa ein bis zwei Jahren einsetzen könnte.

Nebenwirkungen der Verhütungsmethode

Aufgrund des Hormons und der hohen Dosis kann es weiter zu diversen Nebenwirkungen kommen:
Viele Frauen klagen über eine unregelmäßige Periode oder das gänzliche Ausbleiben der Monatsblutung, so wie Schmier- und Zwischenblutungen oder starke Gewichtszunahme, Depressionen oder sexueller Unlust. Zudem können Kopf- und Bauchschmerzen, Nervosität, Schwindel, Hautprobleme, Übelkeit und andere Nebenwirkungen auftreten. Das Portal des Berufsverbandes der Frauenärzte,  frauenaerzte-im-netz.de, weist außerdem auf das hohe Risiko für Osteoporose hin, also eine Verminderung der Knochendichte, das durch Östrogenmangel ausgelöst werden kann.
Lass dich daher auf jeden Fall von deinem Arzt beraten, was bei entsprechenden Nebenwirkungen zu tun ist.

Verhütungsspritze: Das sind die Kosten

Die Kosten für eine Dreimonatsspritze belaufen sich auf circa 30 Euro, der Gynäkologe kann zusätzlich eine Pauschale für das Setzen der Spritze berechnen.

Kann ich mit der Dreimonatsspritze verhüten?

Laut familienplanung.de wird „die Dreimonatsspritze nur Frauen empfohlen, die andere Methoden nicht vertragen oder nicht mit ihnen zurechtkommen“. Als Voraussetzung zur Verschreibung solltest du einen normalen Zyklus haben und nicht unter Leber- oder Stoffwechselerkrankungen leiden. Dein Arzt wird dich in einem Vorgespräch gründlich untersuchen und dann entscheiden, ob eine Verhütung mit der Dreimonatsspritze für dich in Frage kommt.

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