Menstruationstasse: Eine Erfahrung, die ich nicht so schnell vergessen werde!

Ein Erfahrungsbericht aus „Down Under“

Frau macht Menstruationstasse Erfahrung

Menstruationstasse: Eine Erfahrung, die ich nicht so schnell vergessen werde!

Ein Erfahrungsbericht aus „Down Under“

© Pexels / Allef Vinicius

„Das MUSST du probiert haben, das hebt deinen Zyklus auf ein ganz neues Level!“ Meine Freundinnen überschlagen sich seit einiger Zeit mit fast spirituell anmutenden Lobpreisungen über die „Menstruationstasse Erfahrung“, wie sie es nennen.

Ich mag keine Spiritualität. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich meinen Zyklus auf ein neues Level heben möchte. Allerdings liest man in letzter Zeit so viel darüber, dass Tampons das Risiko auf Scheideninfektionen erhöhen, außerdem sind sie sind teuer und unglaublich umweltschädlich. Obwohl ich mir in Bezug auf die spirituelle Großartigkeit dieser Erfahrung immer noch nicht ganz sicher bin, habe ich mich dazu entschlossen, dass die Menstruationstasse eine Erfahrung wert ist. Und diesen Erfahrungsbericht konnte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

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Menstruationstasse: Erfahrung bei der Anschaffung

Bei der Anschaffung lerne ich zwei Dinge:

1. Menstruationstassen sind bisher nur in wenigen Drogeriemärkten erhältlich. Einfacher ist es also, sie ein paar Tage vor der Periode im Internet zu bestellen.

2. Wenn man sie dann doch findet, sollte man sie eine Nummer größer kaufen, als man seine Vagina optimistischerweise einschätzt. Die Menstruationstasse gibt es nämlich in verschiedenen Größen – umtauschen wollte der Kassierer sie seltsamerweise aus irgendeinem Grund nicht… 😉

Wie setze ich die Menstruationstasse ein?!

Meine Erfahrung mit der Menstruationstasse beim ersten Einsetzen: Eigentlich wird in der Packungsbeilage genau beschrieben, wie das gute Stück einzuführen ist und welche Falttechniken angewendet werden können. Problem: Das ist echt nicht so einfach, wie es aussieht.

Die Tasse entfaltet sich immer wieder (außerhalb meiner Vagina!), außerdem verstehe ich nicht, wie genau man sie halten muss. Erst nach mehreren Versuchen, inklusive Herunterfallen und erneutem Waschen der Tasse, ist das Ding endlich versenkt.

Ist die Tasse jetzt drin oder nicht!?!

Nächstes Problem: Ist die Tasse nun wirklich entfaltet? In der Anleitung steht so was wie: „Tasten Sie mit dem Finger den Rand der Tasse ab, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich entfaltet ist“ Ok gesagt, ge… nope, viel zu eng da unten!

Für mich ist es nicht möglich den Rand der Menstruationstasse auch nur ansatzweise zu ertasten, ohne mir ernsthafte Schmerzen zuzufügen. Liegt das nur an meiner Vagina? Ich weiß es nicht. Vielleicht fehlt mir der spirituelle Glaube. Wie soll ich wissen, dass sie wirklich richtig sitzt und ich nicht gleich mit einem riesigen Fleck auf der Hose dastehe?! Ich trau‘ dem Teil nicht so ganz über den Weg, also trage ich erstmal zusätzlich eine Binde und den hässlichsten Schlüpfer, den ich besitze.

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Die Erfahrung, die Menstruationstasse wieder ans Tageslicht zu bringen

In meiner Unsicherheit renne ich aber natürlich nach fünf Minuten auf die Toilette und schau nach, ob ich sie auch wirklich wieder rausbekomme. Mit meinem Finger taste ich ein kleines Stück in mich hinein und spüre den Ring, puh! Ich hake meinen Fingernagel in die Rausziehlasche und ziehe.

Durch das Vakuum, dass sich gebildet hat, gar nicht so einfach. Aber sobald die Menstruationstasse ein Stück herausgezogen ist, kann man sie mit einem weiteren Finger ein wenig eindrücken und so das Vakuum auflösen. Geschafft, jetzt wieder einsetzen, verdammt, das gleiche Spiel nochmal.

Mein Fazit zur „Menstruationstasse-Erfahrung“

Ich halte fest:

Das fand ich gut:

  • Umweltfreundlich
  • Kostensparend
  • Eigentlich einfache Anwendung
  • Lange Tragezeit möglich (Bis zu 12 Stunden)
  • Absolut risikofrei für die weibliche Gesundheit (außer für Silikonallergikerinnen)

Das ging mir auf die Nerven:

  • Anfangs etwas schwierig in der Handhabung
  • Das Auswaschen ist in öffentlichen Toiletten nicht möglich, wenn Toilette und Waschbecken in verschiedenen Räumen sind.
  • Direkte Konfrontation mit Blut und abgelöster Schleimhaut (da bin ich vielleicht aber auch etwas zimperlich…)

Fazit: Ich muss sagen, dass mich die „Menstruationstasse Erfahrung“ erst mal etwas gestresst hat. Das Einsetzen, das „Ist sie wirklich dicht?“, das „Bekomm ich sie auch wieder raus?“ macht einen schon etwas nervös.

Doch je routinierter ich mit dem Umgang der Tasse geworden bin, desto entspannter wurde ich logischerweise auch. Trotzdem ist der Ladycup nicht zwingend für jede Frau etwas. Am besten probierst du es einfach mal aus und entscheidest dich dann. Ich werde die Tasse weiter benutzen, weil sie mich nach einiger Zeit überzeugt hat und auch viele Vorteile mit sich bringt – eine spirituelle Erfahrung war es aber sicher nicht. Aber auch das ist für mich ein Punkt auf der Pro-Liste.