Offene Beziehung: Chance oder Risiko für die Liebe?

Ist das wirklich Fremdgehen mit Erlaubnis?

Frau in offene Beziehung beobachtet Mann mit einer anderen

Offene Beziehung: Chance oder Risiko für die Liebe?

Ist das wirklich Fremdgehen mit Erlaubnis?

© BigstockPhoto/Oneinchpunch

Eine offene Beziehung ist ein heikles Thema, bei dem die Meinungen extrem auseinander gehen. Auf der einen Seite stehen Skeptiker, für die dieses Konzept von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Auf der anderen Seite gibt es Befürworter, für die diese polyamoröse Beziehungsform genauso funktionieren kann wie jede andere auch. Die Frage ist: Kann dieses Modell wirklich die Monogamie ersetzen oder verursacht es nur noch mehr Probleme? Wir haben uns bei verschiedenen Paartherapeuten mal umgehört.

5 Anzeichen, dass du eine offene Beziehung führen solltest

Was ist eine offene Beziehung?

Es gibt so viele verschiedene Modelle einer offenen Beziehung, wie es andere Beziehungsmodelle gibt.  Manche Frauen entscheiden sich für eine offene Beziehung mit einem Menschen, mit dem sie fest zusammen sind und dem sie tief vertrauen. Beide Partner erlauben sich dabei gegenseitig, auch mit anderen zu schlafen.

Andere Paare wiederum entscheiden sich dafür, nur gelegentlich One-Night-Stands zu haben oder sich auch längerfristige Affären zu erlauben. Wenn ein Paar besonders offen ist, gibt es auch die Möglichkeit gemeinsam sexuelle Wünsche mit anderen auszuleben, beispielsweise in Form eines „flotten Dreiers“ oder eines Besuchs im Swinger Club. Laut der Homepage des Paartherapeuten Dr. Rouven Gehr variiert das Modell „Offene Beziehung“ sehr stark je nach individueller Präferenz und Absprache der Paare.

Voraussetzungen für eine offene Beziehung

Manche Paare kommen erst bei einer längeren Krise auf den Gedanken, eine offene Beziehung in Erwägung zu ziehen. Oft steht dahinter die Hoffnung, dadurch die Liebe retten zu können. Dabei gilt als wichtigste Voraussetzung, dass die Partnerschaft gefestigt ist, vor allem in emotionaler Hinsicht. Vertrauen und Ehrlichkeit sind bei diesem Beziehungskonzept die entscheidenden Faktoren. Außerdem sollte eine offene und ehrliche Kommunikation die unangefochtene Basis sein.

Vertrauen muss Basis bleiben

Bei einer offenen Beziehung geht es vielen Paaren also nicht nur um sexuelle Freiheiten, sondern oft auch um emotionale. Das erfordert auf jeden Fall von beiden Parteien ein extremes Maß an Vertrauen. Der Paartherapeut und Heilpraktiker Markus Breitenberger betont jedoch, dass dieses Modell generell keine Beziehungskrise lösen kann. Denn auf die Gefühle von gleich mehreren Personen Rücksicht zu nehmen, stellt eine neue und zusätzliche Herausforderung dar.

Frau in offene Beziehung beobachtet Mann mit einer anderen

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Das spricht für eine offene Beziehung

Das sind die Vorteile einer polygamen Beziehung:

  1. Neuer Pepp im Bett
    In manchen längeren Beziehung kann es schon mal passieren, dass Routine und Alltag die Erotik erdrücken. Hier ist es wichtig herauszufinden: Sind beide Partner mit dem Sexleben unzufrieden oder nur einer? Wenn ihr beide euch langweilt, seid ihr auf einem Level und könnt zusammen daran arbeiten. Wenn sich nur einer ein aktiveres oder anderes Liebesleben wünscht, kann eine offene Beziehung durchaus eine Lösung sein.
  2. Sich selber kennenlernen
    Jeder Mensch hat viele verschiedenen Facetten, und manchmal sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Vom eigenen Partner zu verlangen, sie alle zu befriedigen, kann den anderen überfordern. In einem offeneren Beziehungsmodell können die eigenen Facetten mit unterschiedlichen Partnern ausgelebet werden. Das kann sowohl helfen, sich selber besser kennenzulernen, als auch den Druck von einem einzigen Partner zu nehmen.

Das spricht gegen eine offene Beziehung

Eine polygame Beziehung birgt aber auch Risiken:

  1. Eifersucht
    Kein Partnerschaftsmodell kann auf Dauer ohne Ehrlichkeit funktionieren. Doch leider kann zuviel Offenheit der Beziehung auch zum Verhängnis werden, zum Beispiel wenn der eine Partner von wechselnden Sex-Dates berichtet und der andere mit Eifersucht darauf reagiert.
  2. Fremd-Verlieben
    Außerdem besteht auch immer das Risiko, dass sich ein Partner in einen seiner sexuellen Kontakte verliebt. Eine offene Beziehung stellt eine Partnerschaft also auch immer auf eine harte Probe und man muss aufpassen, dass sie die Partnerschaft nicht überfordert.
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