Große Schamlippen: Sind meine Labien normal?

Schönheit unterhalb der Gürtellinie

Frau ist mit großen Schamlippen unzufrieden Labien

Große Schamlippen: Sind meine Labien normal?

Schönheit unterhalb der Gürtellinie

© BigstockPhoto / Tverdokhlibv

Viele Frauen sind mit der Größe und Form ihrer Labien, also der inneren und äußeren Schamlippen, unzufrieden. Große Schamlippen werden als unästhetisch wargenommen – bestimmte Schönheitschirurgen bieten inzwischen sogar Schamlippenverkleinerungen an. Finde hier heraus, ob du unter einer Labienhypertrophie leidest, wann eine Schamlippenkorrektur sinnvoll ist und welche Risiken so ein Eingriff mit sich bringt.

5 abgefahrene Fakten über deinen Intimbereich, die du garantiert noch nicht wusstest

Schamlippen als erogene Zonen

Die Schamlippen, lateinisch Labium pudendum, gehören zu den äußeren weiblichen Geschlechtsorganen und bilden zusammen mit dem Venushügel und der Klitoris die sogenannte Vulva, also die weibliche Scham. Sie gehören zu den erogensten Zonen des weiblichen Körpers und reagieren äußerst sensibel auf Stimulation. Die Schwellkörper des Schambereichs vergrößern sich bei sexueller Erregung und können klitorale und vaginale Orgasmen verstärken.

Große Schamlippen: Ist das normal?

Manche Frauen sind allerdings verunsichert, wenn es um das Aussehen ihrer Labien geht. Häufig belastet sie vor allem die Form der inneren Schamlippen, die sie als zu groß oder zu lang empfinden, gerade wenn sie unter den äußeren Schamlippen hervorragen.

Aber gibt es sie überhaupt, die perfekte Form und Größe der Schamlippen? Manche Quellen geben einen „Normalwert“ der inneren Labien mit einer Größe zwischen 0,7 und sechs Zentimetern an. Allerdings basieren diese Ergebnisse auf einer Studie von 1949, die mit nur 50 Frauen durchgeführt wurde. Inzwischen sind sich die meisten Ärzte und Wissenschaftler einig, dass es bei der Größe der Labien keinen Normwert gibt.

Auch wenn die inneren Schamlippen über die äußeren ragen, besteht kein Grund zur Sorge – auch das ist vollkommen normal – und in vielen Kulturkreisen werden große Schamlippen sogar als besonders ästhetisch und weiblich angesehen.

Labienhypertrophie und -asymmetrie

Da es also keinen allgemein gültigen Normwert für Labien gibt, ist es schwer zu bestimmen, ab wann eine krankhafte Vergrößerung der Schamlippen, also eine Labienhypertrophie, vorliegt. Die meisten Ärzte gehen davon aus, dass der steigende Wunsch nach Schamlippenverkleinerung beziehungsweise -korrektur mit dem Trend der Komplettenthaarung des Schambereichs einhergeht, da dadurch vermeintliche Makel deutlicher sichtbar werden.

Wann ist eine Schamlippenverkleinerung sinnvoll?

Eine medizinische Indikation für eine Verkleinerung der Labien liegt erst vor, wenn die betroffenen Frauen körperlich darunter leiden. So können krankhaft vergrößerte innere Schamlippen zur Folge haben, dass sie nicht mehr ausreichend von den äußeren Labien geschützt werden. Betroffene Frauen klagen dann über Schmerzen beim Sex oder Orgasmus-Probleme.

Risiken einer Schamlippenverkleinerung

Für diese Frauen kann es Sinn machen, einen gesundheitsbedingten chirurgischen Eingriff durchführen zu lassen. Das sollte aber in jedem Fall mit einem Arzt besprochen werden, der über die Notwendigkeit des Eingriffs entscheidet und über mögliche Risiken der Operation, aufklärt. Die Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe warnt daher vor einer Schamlippenverkleinerung: „Zu den Komplikationen und Risiken dieser Eingriffe zählen Wundheilungsstörungen und Entzündungen, Narbenbildungen, Sensibilitätsstörungen mit herabgesetzter sexueller Empfindlichkeit, veränderte taktile Empfindungen bis hin zu deutlichen Funktionsbeeinträchtigungen des Genitale.“ Liegt allerdings eine medizinische Notwendigkeit vor, zahlt dies in der Regel sogar die Krankenkasse.

Frau ist mit großen Schamlippen unzufrieden Labien

© BigstockPhoto / Tverdokhlibv

Kleine Schamlippen als absurder Trend

Dennoch erwägen leider immer mehr Frauen aus rein optischen Gründen, den Chirurgen an ihren Intimbereich zu lassen. In Deutschland legen sich pro Jahr über 7.000 Frauen für den vermeintlich perfekten Schambereich unters Messer. Dieser Trend zeigt, wie absurd der weltweite Schönheitswahn inzwischen ist, dass Frauen meinen, sich aus rein ästhetischen Gründen an einer Körperstelle operieren zu lassen, die grundsätzlich keine Perfektion kennt.

Dass es die perfekten Schamlippen einfach nicht gibt, beweist der britische Künstler Jamie McCarthy, der 400 Vagina-Gipsabdrücke von Frauen zwischen 18 und 64 gesammelt hat. Alle sind verschieden – und auf ihre Art schön.

Alle Artikel von

Weitere Themen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.