Test: Habe ich eine soziale Phobie oder bin ich nur schüchtern?

Test: Habe ich eine soziale Phobie oder bin ich nur schüchtern?

Leben mit einer Angststörung

Frau hat soziale Phobie

Test: Habe ich eine soziale Phobie oder bin ich nur schüchtern?

Leben mit einer Angststörung

© PexelsPhoto / Ravi Roshan

Hast du eine soziale Phobie? Um das zu beantworten, lass dich auf ein kurzes Gedankenexperiment ein: Stell dir vor, deine Freundin bittet dich, an ihrem Geburtstag eine kleine Rede zu halten. Was würdest du machen?

a) Ich wäre sehr aufgeregt, aber ich würde ihr den Gefallen tun

b) Ich würde den Geburtstag absagen.

Wenn du diese Frage mit b) beantwortet hast, kann es sein, dass du unter einer Sozialphobie leidest. Wenn dir unser Selbsttest diese Vermutung bestätigt, findest du in hier alle Infos über soziale Phobie und ihre Begleiterkrankungen, sowie die Gründe für diese Angststörung. Außerdem findest du am Ende des Artikels Links zu Beratungsstellen, die Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfe anbieten.

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Selbsttest: Habe ich eine soziale Phobie?

Bitte bedenke, dass dieser Test keine fachliche Diagnose ersetzen kann und soll. Ob du wirklich eine soziale Phobie hast, kann nur ein Therapeut mit Sicherheit sagen.

Was ist eine soziale Phobie?

Eine soziale Phobie zeichnet sich besonders dadurch aus, dass Betroffene sich im Umgang mit anderen Menschen extrem unwohl fühlen. Aus Angst, ihr Verhalten werde von anderen negativ aufgenommen, vermeiden sie vorbeugend soziale Kontakte. Diese Angst wird oft von körperlichen Symptomen begleitet.

Panikattacken

Die Angst, abgelehnt zu werden, kann dieses Unwohlsein bis hin zu Panikattacken mit Herzrasen, Zittern und Schwindel steigern. Viele Menschen mit Sozialphobie versuchen also, um diese Situationen zu vermeiden, gesellschaftliche Zusammenkünfte komplett zu meiden. Die Scham, dass ihnen ihre Nervosität angesehen wird, verstärkt dieses Ablehnungsgefühl.

Begleiterkrankungen einer Sozialphobie

Es gibt einige Erkrankungen, die diese Angststörung begleiten:

Depressionen und Alkoholmissbrauch

Mehr als 50 Prozent der Sozialphobiker leiden zusätzlich an Begleiterkrankungen wie Depressionen, Agoraphobie (Platzangst) oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung).

Laut dem Hamburger Netz für psychische Gesundheit steigt außerdem die Wahrscheinlichkeit des Alkoholmissbrauchs bei Patienten, deren soziale Phobie unbehandelt bleibt. Etwa ein Drittel der Menschen mit Sozialphobie leiden unter solchen Suchterkrankungen.

Gründe für eine soziale Phobie

Viele Menschen leiden schon seit ihrer Kindheit unter Angstzuständen und Panikattacken. Manche Therapeuten gehen davon aus, dass Betroffene in ihrer Kindheit von traumatischen Erlebnisse geprägt wurden, etwa das Gefühl nicht genügend wertgeschätzt zu werden, und aufgrund dessen versuchen, „unsichtbar“ zu werden.

Statistiken gehen davon aus, dass sieben bis 12 von 100 Menschen einmal an einer Sozialphobie erkranken – Frauen sogar 1,5 Mal häufiger als Männer!

Soziale Phobie: Behandlung

Wenn du Hilfe suchst, bietet der Bundesverband der Selbsthilfe hier ein Verzeichnis von Sozialphobie-Selbsthilfegruppen in Deutschland an.

  1. Psychotherapie
    Den meisten Menschen mit sozialer Phobie wird zu einer therapeutischen Unterstützung geraten. Verhaltenstherapie und Selbsthilfegruppen können Betroffenen helfen, ihre Angsterkrankung zu überwinden.
  2. Medikamentöse Behandlung
    In manchen Fällen kann die Therapie auch zusätzlich mit medikamentöser Behandlung unterstützt werden. Welche Medikamente im individuellen Fall eingesetzt werden, entscheidet der behandelte Arzt.

Die Art der Behandlung kann nur ein Arzt entscheiden.

Wie kann ich jemandem mit Sozialphobie helfen?

Wie jede psychische Erkrankung schränkt auch eine soziale Phobie auch das Umfeld der Betroffenen ein. Daher ist, neben Verständnis für die Erkrankung, es für Angehörige und Freunde sehr wichtig, sich selbst nicht zu sehr einzuschränken. Mach dir klar, dass du niemanden heilen kannst! Wenn jemand aus deinem Umfeld deutliche Anzeichen für eine Sozialphobie oder eine andere Angststörung zeigt, solltest du ihn oder sie auf jeden Fall dazu ermutigen, sich professionelle Hilfe zu holen.

Auch für Angehörige gibt es Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen, in denen du im Umgang mit Erkrankten unterstützt wirst. Der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. bietet Angehörigen mit dem „SeeleFon“ eine telefonische Beratung. Alle Infos dazu findest du hier.