Verhütungsring als sichere Alternative zur Pille

Einfacher verhüten!

Paar küsst sich im Bett mit Verhütungsring

Verhütungsring als sichere Alternative zur Pille

Einfacher verhüten!

© BigstockPhoto / Kasia Bialasiewicz

Du schaffst es nicht immer, an die Pille zu denken und das hektische Suchen nach einem Kondom killt bei euch jedes Mal die Stimmung? Ein Verhütungsring könnte dir helfen sicher zu verhüten und trotzdem den Spaß am Sex nicht zu verlieren. Er wird wie ein Tampon in die Vagina eingeführt und dann drei Wochen am Stück getragen.

Wirkung des Verhütungsrings

Wenn du bislang die Antibabypille genommen hast und das Verhüttungsmittel jetzt wechseln willst, solltest du zuerst einmal von deiner Frauenärztin beraten lassen. Laut der Apotheken Umschau sollten sich besonders Raucherinnen und Frauen über 35 Jahren individuell beraten lassen, da der Ring bei ihnen – ähnlich wie bei der Pille – zu einem erhöhten Thromboserisiko führen kann. Das liegt an der Wirkungsweise des Verhütungsrings, der dosiert die Hormone Östrogen und Gestagen an den Blutkreislauf abgibt – eine weitere Parallele zur Pille. Das verhindert nicht nur den Eisprung, sondern verändert auch die Schleimkonsistenz im Gebärmutterhals, sodass Spermien nur schwer vorankommen. Zudem wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gehemmt, die einem befruchteten Ei zur Einnistung dient. In Deutschland sind mit „Circlet“ von Pfizer und dem „NuvaRing“ von MSD bislang zwei verschreibungspflichtige Präparate zugelassen.

Anwendung des Vaginalrings

Den flexiblen Scheidenring aus Kunststoff gibt es für alle Frauen in einer Universalgröße mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern. Für die erste Anwendung wird er normalerweise zwischen dem ersten und fünften Tag der Regel eingeführt. In den darauf folgenden sieben Tagen solltest du zusätzlich auf ein Kondom zurückgreifen, um die Empfängnisverhütung durchgehend zu gewährleisten. Danach solltest du bei korrekter Anwendung des Verhütungsrings dauerhaft geschützt sein.

Drei Wochen nachdem du den Ring eingesetzt hast, kannst du ihn selbst entfernen und im Hausmüll entsorgen. In der folgenden Woche setzt die Regelblutung ein – die Verhütung ist aber nach wie vor gewährleistet. Auch wenn die Menstruation noch nicht beendet ist, wird nach sieben Tagen ein neuer Verhütungsring eingesetzt. Dabei ist es wichtig, dass du den Ring immer am gleichen Wochentag und möglichst zur gleichen Uhrzeit einführst und herausnimmst, beispielsweise immer sonntags um 22 Uhr. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf der Homepage familienplanung.de erklärt, könnte sonst es zum Einsprung kommen, wenn sich diese Zeit um mehr als drei Stunden verschiebt.

Apropos drei Stunden: Für diesen Zeitraum kannst du den Ring jeden Tag herausnehmen ohne seine Wirkung zu beeinträchtigen – falls er euch zum Beispiel beim Sex stört. Im Anschluss kannst du den Ring mit warmen Wasser säubern und musst ihn mindestens 24 Stunden am Stück tragen.

Risiken der Verhütungsmethode

So sieht ein Verhütungsring aus

© BigstockPhoto / Dennis Zimmerman

Der Ring kann lediglich eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt er dich nicht. Ansonsten finden sich viele typische Nebenwirkungen von hormonellen Verhütungsmitteln. Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. warnt auf seinem Onlineportal Frauenärzte im Netz warnen neben einer Übelkeit und Stimmungsschwankungen unter anderem vor einer Minderung der Libido hervorrufen. Darüber hinaus ist die Methode im Vergleich zu anderen Verhütungsmitteln mit 50 Euro für drei Monate nicht nur relativ teuer, es gibt auch noch keine Langzeitstudien zu ihrer Wirkung. Unangenehm auch: Der Verhütungsring könnte unter Umständen herausrutschen – denkbar wäre das zum Beispiel beim Sex.

Was für den Verhütungsring spricht

Laut Pearl-Index ist der Verhütungsring eine sehr sichere Verhütungsmethode: Er liegt bei 0,4 bis 0,65. Im Klartext heißt das: 4 bis 7 von 1000 Frauen, die ein Jahr lang ausschließlich und fehlerfrei mit dem Ring verhüten, werden trotzdem schwanger. Zum Vergleich: Der Pearl-Index der Pille liegt bei 0,1 bis 0,9. Zudem ist die hormonelle Belastung schwächer und gleichmäßiger als bei der Pille und Durchfall und Erbrechen beeinträchtigen seine Wirkung nicht, da die Hormone über die Scheide aufgenommen werden. Die langen Zeiträume zwischen dem Einführen und Herausnehmen machen das Verhütungsmittel außerdem sehr komfortabel. Täglicher Stress ade!

Ziehst du einen Verhütungsring in Betracht, solltest du mit deinem Frauenarzt besprechen, welche Vor- und Nachteile er für dich haben kann und ob Nebenwirkungen und Gegenanzeigen bei dir auftreten können.

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