Scheidentrockenheit: Was du gegen eine trockene Scheide tun kannst

Wieder mehr Spaß beim Sex!

Frau in Wüste mit trockenem Boden Scheidentrockenheit

Scheidentrockenheit: Was du gegen eine trockene Scheide tun kannst

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© BigstockPhoto / Alex-Andrei

Scheidentrockenheit sollte absolut kein Tabu-Thema sein, denn viele Frauen leiden unter diesem Problem. Eine trockene Scheide ist aber nicht nur beim Sex schmerzhaft, sondern kann auch ein Anzeichen für Geschlechtskrankheiten sein. Denn dieses Problem kommt nicht nur in den Wechseljahren vor. Hier findest du alle Infos.

6 Tipps für eine gepflegte Scheide

Was ist Scheidentrockenheit?

Um Scheidentrockenheit vorzubeugen, verfügt eine gesunde Vagina über eine Schleimhaut, die ein spezielles Scheidensekret produziert. Diese Flüssigkeit (Fluor genitalis) schafft die richtige Umgebung für Milchsäurebakterien. Sie sind für eine gesunde Scheidenflora unverzichtbar, da sie die Ausbreitung krankheitserregender Keime verhindern. Wird die Flüssigkeitsproduktion durch einen der untenstehenden Faktoren gehemmt, kann vaginale Trockenheit die Folge sein.

Ursachen für Scheidentrockenheit

Jede Frau ist natürlich anders, es gibt allerdings Faktoren – natürlich oder selbstverschuldet – die die natürliche Scheidenflora beschädigen können, was Trockenheit zur Folge haben kann:

Hormonschwankungen

Sinkt der Östrogenspiegel, wird weniger Scheidensekret produziert. Dieses Symptom tritt häufig bei Frauen auf, die in die Wechseljahre kommen, aber auch jüngere Frauen können in der Stillzeit oder durch Einnahme der Antibaby-Pille Schwankungen des Hormonspiegels erleben. Darüber hinaus können Krankheiten wie Diabetes oder eine Chemotherapie zu Scheidentrockenheit führen.

Scheidenpilz oder Geschlechtskrankheiten

Langwierige Pilzinfektionen oder sexuell übertragbare Krankheiten bringen das Scheidenklima aus dem Gleichgewicht. Die Folgen sind häufig Scheidenjucken, Brennen und Schmerzen.

Alkohol und Nikotin

Der übermäßige Konsum dieser Genussmittel schädigt die Hautgesundheit und wirkt sich daher unter anderem negativ auf die Vaginalflora aus.

Übertriebene Intimpflege

Alkalische Seifen, Intimtücher und -deos oder Enthaarungscremes können den empfindlichen Säureschutzmantel der Scheide angreifen. Milde Reinigungsprodukte mit einem neutralen pH-Wert sind hier oft die bessere Wahl. Scheidenspülungen sind übrigens völlig überflüssig und trocknen die Haut erst recht aus.

Stress

Stress und Kummer machen sich häufig durch eine trockene Scheide bemerkbar. Das beste Mittel dagegen ist in den meisten Fällen Entspannung. Auch eine Stressbewältigungstherapie kann laut Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker in Bonn helfen. Auf jeden Fall ist es wichtig, etwas gegen Scheidentrockenheit zu unternehmen, bevor die Beschwerden die Lebensqualität so weit einschränken, dass ein Teufelskreis entsteht.

Frau in Wüste mit trockenem Boden Scheidentrockenheit

© BigstockPhoto / Alex-Andrei

Folgen von Scheidentrockenheit

Wird zu wenig Scheidensekret produziert, kann die Schleimhaut leichter einreißen, was nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch Angriffsstellen für eindringende Krankheitserreger bietet. Die Folgen sind Beschwerden wie Juckreiz und Brennen in der Vagina und erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Außerdem vergeht vielen Frauen durch Scheidentrockenheit die Lust auf Geschlechtsverkehr, was zu seelischem Stress und Beziehungsproblemen führen kann.

Scheidentrockenheit vorbeugen

Damit deine Vagina angenehm geschmeidig bleibt, solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass du deinen Intimbereich richtig pflegst. Vermeide auch zu häufiges Baden mit parfümierten Zusätzen. Eine Ernährung mit hohen Anteilen an Omega-3-Fettsäuren, die zum Beispiel in Fisch enthalten sind, wirkt sich laut der Heilpraktikerin Andrea Mohr positiv auf die Gesundheit der Schleimhäute aus.

Hilfsmittel gegen Scheidentrockenheit

Die gute Nachricht: Scheidentrockenheit bedeutet nicht, dass du auf Sex verzichten musst. Für den reibungslosen und intensiven Geschlechtsverkehr kannst du auf Gleitgel oder Gleitcremes zurückgreifen. Am besten verwendest du sensitive Produkte ohne Parfumstoffe, die deine Scheide nicht zusätzlich reizen.

Stellt dein Frauenarzt einen Östrogenmangel als Ursache fest, können hormonhaltige Vaginalcremes verschrieben werden. Daneben gibt es auch Präparate ohne Hormone, die allerdings weniger lange vorhalten und bei Bedarf täglich angewendet werden müssen. Auch eine mikrobiologische Therapie, mit der die Bakterienbesiedlung der Vaginalflora reguliert werden kann, ist denkbar.

Die Frauenärztin Angelika Ruß rät außerdem, bei der Periode öfter auf Binden zurückzugreifen, da Tampons neben Menstruationsblut auch Vaginalflüssigkeit aufsaugen und eine trockene Scheide begünstigen.

Wenn du länger unter einer trockenen Scheide leidest und der Sex für dich häufig unangenehm ist, solltest du einen Frauenarzt aufsuchen, um körperliche Beschwerden auszuschließen.

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